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Unfallversicherung wechseln: Fristen, Gesundheitsfragen und Altersgrenzen

Viele Unfallversicherungen stammen aus einer Zeit, in der Versicherungssummen, Progression und Leistungen deutlich schlechter waren als heute. Ein Wechsel kann sich lohnen – aber nur, wenn der neue Vertrag Sie auch annimmt und keine Lücke entsteht. Hier finden Sie die Kündigungswege, die typischen Fallen und eine Vorlage für das Kündigungsschreiben.

Kurz gesagt

Die Unfallversicherung kündigen Sie zum Ende der Versicherungsperiode mit der Frist aus Ihrem Vertrag; gesetzlich liegt sie zwischen einem und drei Monaten. Verträge mit mehr als drei Jahren Laufzeit können Verbraucher zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich mit einem Monat Frist kündigen (§ 8 Abs. 3 VersVG). Nach einem Unfall sehen die üblichen Bedingungen ein Kündigungsrecht binnen eines Monats vor. Wichtig: Kündigen Sie erst, wenn der neue Versicherer Ihren Antrag angenommen hat – er stellt Gesundheitsfragen, hat Altersgrenzen und kann ablehnen oder Ausschlüsse vereinbaren.

Kündigungsmöglichkeiten

So können Sie Ihre Unfallversicherung kündigen

Diese Wege gibt es – und diese Punkte entscheiden, ob ein Wechsel für Sie überhaupt möglich ist.

📅

Zum Ende der Versicherungsperiode

Die ordentliche Kündigung wirkt zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode. Die Frist ist für beide Seiten gleich und beträgt mindestens einen und höchstens drei Monate (§ 8 Abs. 2 VersVG). Viele Bedingungen sehen einen Monat vor.

3️⃣

Nach drei Jahren als Verbraucher

Bei Laufzeiten über drei Jahren können Verbraucher zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich mit einem Monat Frist kündigen (§ 8 Abs. 3 VersVG). Ein Dauerrabatt kann dann anteilig zurückverlangt werden.

🩹

Nach einem Unfall

Die üblichen Unfallbedingungen erlauben beiden Seiten eine Kündigung binnen eines Monats, nachdem der Versicherer einen Anspruch anerkannt oder geleistet hat. Sie können meist auch kündigen, wenn der Versicherer einen berechtigten Anspruch ablehnt oder verzögert. Die genaue Regel steht in Ihren Bedingungen.

🩺

Gesundheitsfragen

Der neue Versicherer fragt nach Vorerkrankungen, früheren Unfällen und bestehenden Beeinträchtigungen. Je nach Antwort nimmt er an, vereinbart Ausschlüsse oder lehnt ab. Die Antworten müssen vollständig und richtig sein.

🎂

Altersgrenzen

Für Neuabschlüsse gelten Höchsteintrittsalter, und ab einem bestimmten Alter werden Tarife oft umgestellt oder Leistungen angepasst. Wer älter ist, sollte einen bestehenden Vertrag nicht vorschnell aufgeben.

👶

Kinder und Jugendliche

Kinder- und Jugendtarife werden mit Erreichen einer Altersgrenze auf Erwachsenentarife umgestellt. Das ist ein guter Moment, Summen und Leistungen neu zu prüfen – ein Wechsel ist dafür nicht immer nötig.

Schritt für Schritt

Unfallversicherung wechseln in fünf Schritten

Die Reihenfolge ist hier besonders wichtig: erst der neue Vertrag, dann die Kündigung.

1

Polizze und Leistungen prüfen

Versicherungssumme, Progression, Unfallrente, Spitalgeld und Kosten für Bergung oder kosmetische Operationen: Notieren Sie, was Sie heute haben und was Ihnen fehlt.

2

Gleichwertig vergleichen

Achten Sie auf die Gliedertaxe, die Progressionsstaffel, mitversicherte Risiken wie Bewusstseinsstörungen oder Infektionen und auf Sportarten, die Sie betreiben.

3

Antrag stellen und Annahme abwarten

Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig. Kündigen Sie den alten Vertrag erst, wenn der neue Versicherer den Antrag ohne unerwartete Ausschlüsse angenommen hat.

4

Fristgerecht kündigen

Die Kündigung muss rechtzeitig beim bisherigen Versicherer einlangen. Der neue Vertrag beginnt nahtlos mit dem Ende des alten.

5

Bestätigung aufheben

Bewahren Sie Kündigungsbestätigung und neue Polizze auf. Bei einem Unfall in der Übergangszeit belegen sie, welcher Vertrag zuständig ist.

Worauf Sie achten sollten

Typische Stolpersteine beim Unfall-Wechsel

  • Zu früh gekündigt: Lehnt der neue Versicherer ab oder schließt er Körperteile aus, stehen Sie ohne Schutz da. Erst die Annahme, dann die Kündigung.
  • Vorinvalidität: Eine bestehende Beeinträchtigung wird bei der Bemessung der Invalidität im neuen Vertrag meist abgezogen. Im alten Vertrag ist die Lage oft günstiger, wenn die Beeinträchtigung erst während der Laufzeit entstanden ist.
  • Offener Unfall: Läuft gerade ein Leistungsfall, bleibt er beim bisherigen Versicherer. Eine Invalidität kann sich erst später feststellen lassen – kündigen Sie nicht, ohne den Fall ordentlich gemeldet zu haben.
  • Leistungen verlieren: Ein günstigerer Tarif spart oft an Progression, Unfallrente oder mitversicherten Risiken. Vergleichen Sie Leistung für Leistung.
  • Dauerrabatt: Bei vorzeitiger Kündigung eines mehrjährigen Vertrags kann ein gewährter Rabatt anteilig zurückgefordert werden. Das rechnen wir vor dem Wechsel aus.
Vertrag vor dem Wechsel prüfen lassen
Prüfung einer Unfallpolizze vor dem Wechsel
Vorlage

Vorlage: Unfallversicherung kündigen

Verwenden Sie die Vorlage erst, wenn der neue Vertrag angenommen ist. Als Ihr Versicherungsmakler übernehmen wir die Reihenfolge – Antrag, Annahme, Kündigung – gerne für Sie.

Kündigungsschreiben
[Ihr Vor- und Nachname]
[Straße, PLZ Ort]

An
[Name des Versicherers]
[Adresse oder E-Mail-Adresse des Versicherers]

[Ort], am [Datum]

Kündigung meiner Unfallversicherung
Polizzennummer: [Nummer]
Versicherte Person(en): [Namen]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich den oben genannten Versicherungsvertrag zum nächstmöglichen Termin [oder: zum TT.MM.JJJJ].

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung und den Zeitpunkt der Vertragsbeendigung schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]
[Vor- und Nachname]
Häufige Fragen

Unfallversicherung wechseln: häufige Fragen

Wann kann ich meine Unfallversicherung kündigen?
Zum Ende der Versicherungsperiode mit der Frist aus Ihrem Vertrag, die gesetzlich zwischen einem und drei Monaten liegt. Bei Verträgen mit mehr als drei Jahren Laufzeit können Verbraucher zum Ende des dritten Jahres und danach jährlich mit einem Monat Frist kündigen.
Kann ich die Unfallversicherung nach einem Unfall kündigen?
Die üblichen Unfallbedingungen erlauben Ihnen und dem Versicherer eine Kündigung binnen eines Monats, nachdem der Versicherer einen Anspruch anerkannt oder geleistet hat. Meist können Sie auch kündigen, wenn er einen berechtigten Anspruch ablehnt oder verzögert. Maßgeblich sind Ihre Bedingungen.
Muss ich beim neuen Versicherer Gesundheitsfragen beantworten?
Ja. Der neue Versicherer fragt nach Vorerkrankungen, früheren Unfällen und bestehenden Beeinträchtigungen. Je nach Antwort nimmt er an, vereinbart Ausschlüsse oder lehnt ab. Unvollständige Angaben können den Versicherungsschutz gefährden.
Lohnt sich ein Wechsel im höheren Alter?
Oft nicht. Für Neuabschlüsse gelten Höchsteintrittsalter, und ältere Menschen werden strenger geprüft. Häufig ist es besser, den bestehenden Vertrag anzupassen, statt ihn aufzugeben. Wir prüfen beide Wege.
Was passiert mit einem Unfall, der vor dem Wechsel passiert ist?
Zuständig ist der Versicherer, bei dem Sie zum Zeitpunkt des Unfalls versichert waren – auch wenn sich die Folgen erst später zeigen. Melden Sie den Unfall rechtzeitig beim bisherigen Versicherer.
Kann Pecunia den Wechsel für mich erledigen?
Ja. Wir vergleichen die Leistungen mehrerer Unfallversicherer, stellen den Antrag, warten die Annahme ab und kündigen erst dann den alten Vertrag – damit Sie keinen Tag ohne Schutz sind.

Stand: Oktober 2026. Rechtsgrundlagen: § 8 VersVG (Versicherungsvertragsgesetz im RIS) sowie die Allgemeinen Bedingungen für die Unfallversicherung (AUVB) des jeweiligen Versicherers. Kündigungsrechte nach einem Versicherungsfall, Altersgrenzen und Annahmerichtlinien unterscheiden sich je nach Versicherer. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung.

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